


Um das geplante Förderprogramm so gut wie möglich auf die Erfordernisse der Branche abzustimmen, wurden von der Europäischen Gemeinschaft bis Ende 1987 unter der Leitung von Holde Lhoest über 2000 Experten in die Erarbeitung von Projektvorschlägen und Ideen einbezogen. In einer sich anschließenden "Pilotphase" nahmen bis 1990 die ersten 9 Förderprojekte ihre Arbeit auf, darunter das für den Verleih und Vertrieb zuständige europäische Filmbüro EFDO in Hamburg und die noch heute arbeitende Initiative CARTOON. Am 21. Dezember 1990 fasste der Rat der Europäischen Gemeinschaften dann den Beschluss zur "Durchführung eines Aktionsprogramms MEDIA (1991-1995)" mit einem Gesamtbudget von 200 Mio. ECU für 5 Jahre. 19 Projekte starteten bis 1992, dazu kamen die MEDIA Desks und ihre Ableger in den audiovisuellen Zentren, die MEDIA Antennen, die in allen europäischen Ländern als Informationsbüros für MEDIA gegründet wurden. Die Fördermaßnahmen aller Projekte konzentrierten sich auf die der Filmproduktion vor- und nachgelagerten Arbeitsbereiche. Ein Schwerpunkt des MEDIA-Programms war dabei die Verleih- und Vertriebsförderung. EFDO konnte bis 1995 Fördermittel in Höhe von 32 Mio. ECU für die Kinoauswertung von 175 Filmen vergeben. Projekte wie die MEDIA Business School, EAVE oder Sources führten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Filmschaffende durch, während Script, Cartoon, Documentary oder Map-TV vorwiegend Projektentwicklungen unterstützten. Die Effektivität der Förderungen wurde nach zwei Jahren von der Unternehmensberatung Roland Berger & Partner geprüft - mit sehr positivem Ergebnis. Dennoch wurde das Programm beim Wechsel von MEDIA I auf MEDIA II grundlegend umstruktiert.
