


Das 1994 erschienene Grünbuch "Strategische Optionen für die Stärkung der Programmindustrie im Rahmen der audiovisuellen Politik der Europäischen Union" empfahl für das Nachfolgeprogramm von MEDIA die Konzentration der Mittel auf die Förderbereiche Projektentwicklung, Vertrieb, Finanzierung und Ausbildung. Die teilweise Überschneidung der Förderaktivitäten der 19 Projekte war zudem bei der Prüfung des Programms kritisiert worden. Unter der Ägide von Jacques Delmoly, der Holde Lhoest als Leiter nachfolgte, wurden schließlich alle 19 Projekte aufgelöst und in die drei Förderbereiche Projektentwicklung, Vertrieb und Fortbildung eingegliedert, die der Kommission unterstanden. Eine weitere wesentliche Veränderung betraf die Budgetierung: 310 Mio. ECU wurden von 1996-2000 für MEDIA II zur Verfügung gestellt. Die wesentlichen Ziele von MEDIA, die Stärkung des audiovisuellen Sektors in Europa durch die langfristige Herausbildung von europäischen Kooperationen und Verflechtungen, sollte durch die Erhöhung und Konzentration der Mittel nachdrücklicher durchgesetzt werden. Ein Blick auf die Förderergebnisse von MEDIA II in Deutschland zeigt, dass das europäische Förderprogramm einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Unterstützung der audiovisuellen Industrie leistet.
MEDIA II förderte von 1.118 eingereichten deutschen Vorschlägen die Entwicklung von insgesamt 222 Projekten, darunter 88 Spielfilme, 62 Dokumentarfilme, 9 Animationsprojekte und 22 Multimedia-Projekte mit insgesamt 9.407.568 Euro. Darin enthalten sind außerdem zwölf deutsche Firmenförderungen, und zusätzlich konnten 13 Firmen mit MEDIA-Unterstützung einen Business-Plan erstellen. Von der Paketförderung profitierten 16 Firmen aus Deutschland.
Deutsche Verleiher erhielten im Rahmen der selektiven Verleihförderung 11.495.837 Euro für 179 Filme. Besonders profitierten deutsche Firmen vom "automatischen Fördersystem": Einerseits erwirtschafteten 106 deutsche Filme an den Kinokassen anderer europäischer Länder eine Fördersumme von 2.075.793 Euro, die wieder in europäische Filme reinvestiert werden konnten. Andererseits konnten deutsche Verleiher bis zum 31. Dezember 2000 5.218.374 Euro in 64 Projekte reinvestieren.
Deutsche Produzenten erhielten für 42 Koproduktionen TV-Ausstrahlungsförderung in Höhe von 6.626.500 Euro. Der Vertrieb von 27 Videos und Multimedia-Produkten wurde mit 1.950.000 Euro unterstützt.
Deutsche Kinos profitierten ebenfalls von dem europäischen Förderprogramm: Das von MEDIA unterstützte Netzwerk Europa Cinémas förderte pro Jahr bis zu 104 Leinwände (im Jahr 2000) deutscher Kinos mit über 3.200.000 Euro, das Euro Kids Network mit 332.000 Euro.
Für Promotionsmaßnahmen wurden inkl. der ersten Jahreshälfte 2001 31 deutsche Projekte mit 2.346.084 Euro unterstützt, darunter das Event "Shooting Stars" der European Film Promotion, die "Mannheim Meetings" oder der von der Europäischen Film Akademie organisierte Europäische Filmpreis. 29 deutsche Festivals, u.a. die Kurzfilmtage Oberhausen und die Hamburger Kurzfilmtage, erhielten im Rahmen der seit 1998 eingeführten Festivalförderung 465.000 Euro.
Ein Schwerpunkt der MEDIA Förderungen lag in der Unterstützung von Aus- und Fortbildungsinitiativen. 5514 Personen, darunter weit mehr als 500 aus Deutschland, haben von 1996 bis 2000 an von MEDIA geförderten Aus- oder Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen. Deutsche Trainings-Initiativen sind mit 3.654.529 Euro unterstützt worden.
Diese sehr positiven Ergebnisse von MEDIA II waren die Voraussetzung für die Fortsetzung, aber auch für die Budgeterhöhung des Programms.

